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Der kleine Engel (Text, Heike Körkel)

Als der kleine Engel am Morgen auf seiner Wolke erwachte, sah er sehr traurig aus. Dicke Tränen kullerten über seine Wangen. Er weinte so sehr, dass die Menschen auf der Erde nass wurden. Das hörte auch Gott und fragte den kleinen Engel, warum er so traurig ist. „Alle meine Geschwister dürfen hinunter auf die Erde, aber ich kann nicht fliegen, weil ich noch keine Flügel bekommen habe“, antwortete er schluchzend. „Ich würde so gerne ein richtiger Engel sein.“

Tief bewegt, nahm Gott den Engel in die Hand und setzte ihn hinunter auf die Erde. Der kleine Engel freute sich so sehr, dass er Purzelbäume schlug. „Danke!“, rief er immer wieder, dann marschierte er los. Als er eine Weile gegangen war, begegnete er einer alten Frau, die einsam auf einer Bank saß. „Warum bist du denn so traurig:“ fragte der kleine Engel. Die Frau antwortete: „Ich muss diese Welt bald verlassen, und habe Gott um Hilfe gebeten, ich hörte zwar keine Stimme, aber ich weiß er hat mich erhört.“  Der kleine Engel freute sich, dass Gott ihm so eine große Aufgabe gegeben hatte. Er schmiegte sich an die Frau und sagte: „Habe keine Angst, Gott ist dir sehr nah.

Als die Nacht sich über der Erde senkte, schenkte Gott dem kleinen Engel Flügel, weil er seine Aufgabe so gut gemeistert hatte. Dieser war mächtig stolz und ergriff die Hand der alten Frau, die in ihrem Bett lag und schlief. “Jetzt können wir uns auf die Reise begeben”, flüsterte er liebevoll. Glücklich spannte er seine Flügelchen und flog mit ihr in den Himmel hinein.

Copyright Heike Körkel

 

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