Schulden

 

Warum macht sich der Müller das Leben so schwer? Weil er dachte, der Meier, der lebte nicht mehr. Und weil niemand was sagte, auch der Müller nichts fragte, und der Nachbar verdrossen, die Tür hielt verschlossen. Als auch noch der Schulze so einfach verreiste, da rief der Müller ganz wütend: „Ach Menno! Mensch weißte!“ War er jetzt tot, der alte Meier? Dieser stylish verstrahlte notgeile Geier? Der täglich am Fenster steif spionierte und wusste, wann Else den Body sich schmierte? Und der an Knoblauchzehen nicht sparte, wenn er mittags vergnügt das Schweinefleisch garte? Der Müller beschloss zum Bestatter zu gehen, er musste die Leiche des Meiers jetzt sehen. Der Bestatter untersagte, als Müller so fragte. Auch war nicht bekannt, dass ein Meier wo stand. Da ließ der Müller ein Gestecklein kreieren. Zwei Tulpen mit Efeu und Schleifchen verzieren. Worauf ganz fein geschrieben stand. Habe geschellt, hatte das Geld in der Hand. Den halben Tag machte ich mir Sorgen. Doch dann war mir klar, Sie sind verstorben.

©Monika Litschko

 

 

Monis Bilder

Monis Bilder

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Bummi

 

Hallo kleine Maus!

Eigentlich wollte ich nicht über dich schreiben. Aber jetzt, in diesem Moment, muss ich es einfach tun. Mir ist das Herz so schwer und ich habe einen ganz schönen Druck auf den Augen.

Seit dreieinhalb Tagen bist du nun nicht mehr bei uns, und wir kommen immer noch nicht richtig klar. Gestern dachte ich oh, ich weine ja gar nicht. Dir geht es gut da, wo du jetzt bist und ich habe mich damit arrangiert. War wohl nichts, Bummilein. Ich schaue gerade dein Bild an, welches Sascha für uns hat rahmen lassen und du bist mir wieder ganz nah. Obwohl der Tierarzt auch der Meinung war, dass es besser wäre, du würdest deine letzte Reise antreten, kamen wir uns wie Mörder vor. Aber dich so leiden zu sehen, wie die letzten Tage, hat uns das Herz zerrissen. Blind, dement und mit einem von der Leber aufgeblähten Bauch. So zu leben, hattest du nicht verdient. Wenn du dich wenigstens in der Wohnung zurechtgefunden hättest, aber auch das gelang dir nicht mehr. Du ranntest vor Türrahmen, Tischbeine, Wände und Schränke. Irgendwann bist du aus Verzweiflung ganz langsam durch die Wohnung getapst. Und dann kleine Maus haben wir uns mit dem Thema Erlösung befasst, Papa und ich. Aber wir wollten das nicht entscheiden und haben diese schwere Entscheidung auf den Tierarzt abgewälzt. Bummi, du warst immer ein kleiner großer Angsthase, wenn du zum Tierarzt musstest. Du hast gezittert und dein Herz überschlug sich. Aber an deinem letzten Tag warst du ganz ruhig. Wir haben dich gestreichelt und in den Arm genommen. Uns war zum Heulen und jeder, der mit seinem Liebling im Wartezimmer saß, sah uns unsere Not an. Als wir dann aufgerufen wurden, sah ich dem Doc an, was er dachte. Ich denke, er wusste es schon bei der letzten Untersuchung und hat uns nur noch etwas Zeit mit dir geschenkt. Dann ging alles so schnell. Die Narkosespritze wirkte sofort und kurze Zeit später bekamst du eine Spritze in dein treues Herzchen. Kleine Maus, du warst sofort tot. Ich habe so geweint und mir war egal, was der Tierarzt dachte oder sonst wer. Aber auch unser lieber Arzt, der dich seit fast dreizehn Jahren kannte, hatte mit sich zu kämpfen. Papa versuchte stark zu sein, aber so ganz ist ihm das nicht gelungen. Wir durften noch eine Weile mit dir alleine sein. Als wir dich endgültig verlassen mussten, habe ich mich zu dir gebeugt und in deine blinden, offenen Augen geguckt. Vielleicht war deine Seele noch nicht fort und du hast es gemerkt. Wir wünschten dir eine gute Reise und streichelten dich ein letztes Mal. Dann verließen wir dich.

Deine kleine Schwester war in deinen letzten Minuten nicht dabei. Das wollten wir ihr ersparen. Dass etwas nicht stimmte, hat sie erst gemerkt, als wir die Wohnungstür aufschlossen.

Schnitzeljagd

Es knattert in der Pfanne,
und heftig spritzt das Fett,
das Schnitzel im Paniermehl,
schnarcht laut im Bröselbett.

Ich will es gerade fassen,
da springt es in den Flur,
das Fett in meiner Pfanne,
es qualmt in einer Tour.

Der Hund macht spitze Ohren,
ich schau ihn böse an,
hechte locker übern Ecktisch,
doch er war näher dran.

Nun jagt er das Schnitzel
und ich, ich jag den Hund,
hab‘ einen Bärenhunger,
doch er, er hat‘s im Mund.

Das Fett in meiner Pfanne,
es brennt und stinkt, oh je,
ich öffne schnell das Fenster
und stürz mich in den Schnee.

Da öffnet sich die Haustür,
das Schnitzel flitzt vorbei,
ich stampfe in die Küche
und brate mir ein Ei.

Es knattert in der Pfanne
und heftig spritzt das Fett,
das Ei, es guckt so Panne,
drum steig ich um auf Mett.

Und später in der Zeitung,
da stand es Weiß auf Schwarz,
das Schnitzel ward gesichtet,
es latscht jetzt durch den Harz.

Es knattert in der Pfanne
und heftig spritzt das Fett,
es stürzt sich das Gemüse
vom Marmorschneidebrett.

Der Hund macht spitze Ohren,
ich schau ihn böse an,
hechte locker übern Ecktisch,
doch er war näher dran.

Hahahahahahahahahahahaha…….usw.

©Monika Litschko
 

 

 

 

Krimissimo

 

 

 

Toter Mann im Kleiderschrank,
so steif sind deine Glieder.
Konntest ihr nicht widerstehen,
dir lechzte nach der Ida.

Tote Frau im Kellerraum,
wie starr sind deine Augen?
Naschtest wieder ungeniert,
von fremden, süßen Trauben.

Dicke Frau im Ehebett,
so füllig deine Hüften.
Habe ein Geheimnis nun,
werde es nicht lüften.

Dünner Mann im Nachtgewand,
so knochig ist dein Leib.
Kenne dein Geheimnis längst,
weiß, was du so treibst.

Tote Frau im Kellerraum,
Nachbarin, du Schöne.
Hör von dir und Engelbert
nun nicht mehr spitze Töne.

Toter Mann im Kleiderschrank,
wie steif sind deine Glieder?
Hat dich doch der Blitz getroffen,
als fiel, mein grobes Mieder.

Tote Frau im Kellerraum
triebst es mit den beiden.
Habe euch grad abgemurkst,
nun murkse ich den, meinen.

Dünner Mann im Nachtgewand,
schau, was ich verstecke.
Komm mein Lieber, sei nicht scheu,
blick unter meine Decke.

Dicke Frau im Ehebett,
du meine liebste Mimmi.
Knips jetzt deine Lampe aus
und leg ihn weg, den Krimi.

©Monika Litschko

 

Kampfschwein

Ein kleines, rosa Schweinchen,
rennt singend durch Berlin,
kackt einmal vor den Reichstag,
reist weiter dann nach Wien.

Vor dem Palais Pallavicini,
da schießt es mit Zucchini,
gräbt Krater in den Prater,
dann fliegt´s in die Sahara.

Dort rennt es durch die Wüste
und sucht das Rote Meer,
da wird`s auch schon gefangen,
sollte dienen zum Verzehr.

Doch da kam vom Reichstag,
ein echt ellenlanger Brief,
worauf man sich des Rechtes,
auf dieses Schwein berief.

In Deutschland ward`s verhaftet,
vor den Kadi gar geschleppt
und später dann als Staatsfeind,
im schlimmsten Knast versteckt.

Sein Foto in der Zeitung,
als Kampfschwein tituliert,
welches ohne jeden Skrupel,
den Gehsteig hat, beschmiert.

Es gab ne Krisensitzung,
so was, das dürft` nicht sein
und man erschuf Gesetze,
für Kuh, für Schaf und Schwein.

© Monika Litschko

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